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Graubuenden Staat (Titel)
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Kanton Graubünden / Staat

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Graubuenden Staat Verwaltung
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Kanton Graubünden / Behörden

Hauptort Chur  •  Eintritt 1803  •  Kennung GR

Regierung
1 Regierungspräsident/Regierungspräsidentin
4 Regierungsräte/Regierungsrätinnen
Parteien  •  2 CVP, 1 BDP, 1 FDP, 1 SP

Parlament
120 Grossräte/Grossrätinnen
Parteien  •  36 FDP, 30 CVP, 23 BDP, 19 SP, 9 SVP, 3 GLP

Bund
2 Ständeräte/Ständerätinnen  •  1 CVP, 1 FDP
5 Nationalräte/Nationalrätinnen  •  2 SP, 1 CVP, 1 FDP, 1 SVP 

Wahlen
Proporz  •  Nationalrat, Stadtrat und Gemeinderat Stadt Chur
Majorz  •  Ständerat, Regierungsrat, Grossrat

Gliederung  •  11 Bezirke  •  106 Gemeinden

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Kanton Graubünden / Geografie

Fläche
Gesamter Kanton  •  100 %  •  7'105,4 km2
Bestockte Fläche (Wald und Büsche)  •  27,6 %  •  1'960,98 km2
Landwirtschaftliche Nutzfläche  •  28,8 %  •  2'046,24 km2
Siedlungfläche  •  2,0 %  •  142,1 km2
Unproduktive Fläche  •  41,6 %  •  2'955,68 km2

Grenze
Gesamtlänge  •  695 km
Kt. St. Gallen  •  44 km
Kt. Glarus  •  41 km
Kt. Uri  •  44 km
Kt. Tessin  •  120 km
Republik Italien  •  309 km
Republik Österreich  •  125 km
Fürstentum Liechtenstein  •  12 km

Geländepunkt
Höchster Punkt  •  Piz Bernina  •  4'048,6 müM
Tiefster Punkt  •  Moësa (Gde San Vittore)  •  260 müM
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Kanton Graubünden / Bevölkerung

Bevölkerung
Gesamter Kanton  •  100 %  •  200'350 Einw.
Ausländer  •  18,5 %  •  37'065 Einw.
Bevölkerungsdichte (ohne unproduktive Fläche)  •  48 Einw./km2

Sprachen
Deutsch  •  64 %  •  Landessprache
Rätoromanisch  •  13 %  •  Landessprache
Italienisch  •  11 %  •  Landessprache
Französisch  •  1,5 %
Englisch  •  2,5 %
Andere  •  8 %

Konfession
Katholisch  •  42,5 %
Protestantisch  •  33,2 %
Andere Konfession  •  7,9 %
Konfessionslos  •  16,4 %

Beschäftigte
Sektor I  •  Land- und Forstwirtschaft  •  5,45 %
Sektor II  •  Industrie und Gewerbe  •  20,9 %

Sektor III  •  Dienstleistung  •  73,65 %

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Graubuenden Staat Geschichte
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Kanton Graubünden / Geschichte bis 1798

Raetien

Die ältesten Siedlungen Graubündens liegen in der Talenge beim Castello di Mesocco und gehen auf die Steinzeit 3000 vChr. zurück / in die Eisenzeit ab 800 vChr. fällt die Einwanderung des wilden Naturvolkes vom illyrischen Stamm der Räter unter ihrem Anführer Rätus

Vor Christus beinhaltete Raetien das ganze Alpengebiet vom Gotthard bis ins Tirol / die Urbewohner waren keltischen Ursprungs / sie betrieben Ackerbau und Viehzucht sowie Tauschhandel mit den sie umgebenden Gebieten, vorab in der Poebene / die Raeter, wie sie von den Römern genannt wurden, galten als gewalttätig / sie trieben in Helvetien und in der Lombardei ihr Unwesen, bis Kaiser Augustus 15 vChr. die Unterwerfung der Raeter beschloss / die Feldherren Drusus und Tiberius fielen mit ihren Heeren ins Engadin ein und machten es für Kaiser Augustus zur römischen Provinz

Die Römer schufen einen römischen Verwaltungsbezirk, der vom Gotthard bis über die Donau reichte / Ende des 2. Jh. nChr. entstanden daraus die 2 Bezirke Raetia Prima und Raetia Secunda / die südlich gelegene Raetia Prima mit dem Verwaltungszentrum Curia Raetorum umschloss nebst dem Gebiet des heutigen Kantons Graubünden auch die Ländereien bis zum Bodensee, Vorarlberg, Liechtenstein und den oberen Vinschgau

Mit dem Erlahmen des römischen Reiches Ende des 5. Jh. kam Raetien 493 nChr. unter die Herrschaft der Ostgoten / 537 wiederum fiel Raetien den Franken zu / im 9. Jh. teilte Karl der Grosse Raetien auf und spaltete die Ländereien nördlich der Landquart von Graubünden ab / Oberraetien (Graubünden) geriet durch grosszügige Schenkungen zu einem grossen Teil in den Einflussbereich des Bistums Chur / diesem kommt eine beträchtliche geistliche, aber auch weltliche Macht zu / von Seiten der Herrscher des deutschen Reiches wird es als wichtigste Station am Weg über die Alpen mit verschiedensten Rechten und Privilegien bedacht / vom Bistum Chur aus begann die Germanisierung des heutigen Graubündens, die sich durch das ganze Mittelalter hinzog

Chur

Chur ist ein uraltes Siedlungsgebiet / von hier sind die wichtigsten Handelswege ausgegangen, die über diesen Teil der Alpen führten / erst kamen die Kelten, dann die Römer / anfangs als Soldaten, später auch als Zivilisten / Curia Raetorum wurde Hauptstadt der römischen Provinz Raetia Prima / und gegen Ende des römisches Reiches erster Sitz eines christlichen Bischofs nördlich der Alpen anno 451 / nach den Magyaren- und Sarazenen-Überfällen im 10. Jh. erlangte die Stadt Chur einen wirtschaftlichen Aufschwung / als Ausgangspunkt zu den Alpenübergängen Julier und Septimer sowie Splügen und San Bernardino war sie in einer bevorzugten Lage für den Warenfluss in den Süden

Die Bischöfe von Chur waren machtbewusste Herren, wie die meisten ihrer Amtsbrüder im Mittelalter / über Jahrhunderte hinweg trugen sie den Titel eines Reichsfürsten und herrschten souverän über 'Churrätien' / doch auch die Bewohner der Siedlung wurden immer selbstbewusster / und zwar in dem Masse, in welchem Handel und Wandel über die Alpenpassstrassen zunahmen / denen sie ihren wachsenden Wohlstand verdankten / und wenn sie sich gegen die bischöfliche Bevormundung auflehnten, schreckten weder sie noch die Geistlichkeit vor blutigen Auseinandersetzungen zurück

Pässe

Graubünden war für Rom seiner Pässe wegen und gleichzeitig als Bollwerk gegen alemannische Einfälle von Bedeutung / die Römer billigten den unterworfenen Besiegten weiterhin deren eigene Kultur zu, nahmen aber entscheidenden Einfluss darauf / sie lehrten so die barbarischen Raeter ordentliche Sitten / die rätoromanische Sprache geht auf die Römer zurück / die alten rätischen Dialekte vermischten sich mit dem Latein der Römer zum Volkslatein, dem Rätoromanischen / bis im 5. Jh. war das Gebiet der Raetia Prima vollständig romanisiert

Über die bündnerischen Pässe lief im Mittelalter ein grosser Teil des kriegerischen und kommerziellen Verkehrs / zwischen dem südwestdeutschen Kernland und dem italienischen Gebiet des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation / der Septimerpass war der erste und für viele Jahrhunderte einzige Übergang über die Alpen / er wurde schon im frühen Mittelalter (10. Jh.) für zweirädrige Fuhrwerke befahrbar gemacht und diente als Tor zum übrigen heutigen bündnerischen Kantonsgebiet  

Walser

Einige Gebiete des heutigen Graubündens sind durch die Einwanderung der Walser im 13.-14. Jh. innert weniger Jahre germanisiert worden / die ersten Walser erreichten um die Wende des 13. Jh. aus dem Oberwallis und dem Goms über Furka- und Oberalppass das Vorderrheintal / diese gross gewachsenen, bärenstarken alemannischen Einwanderer gründeten Siedlungen im ganzen Vorderrheintal bis hin zu den umliegenden Tälern des Calanda / unter der Veranlassung und dem Schutz der Territorial- und Grundherren vollzog sich ihre Ansiedlung / von ihnen erhielten sie Land zur Rodung und auch Boden zugewiesen, der bis dahin zum Wirtschaftsgebiet der romanischen Bevölkerung gehört hatte / zumeist Weide- und Alpengebiet / aber auch Güter, mit denen die Romanen belehnt gewesen waren / die Walser rodeten ganze Gebirgswälder und urbanisierten das so gewonnene Land / dadurch wurde das Romanische aus manchen Tälern verdrängt

In der 2. Hälfte des 13. Jh. führte ein weiterer Walserschub aus dem Tessin durch das Misox in das Gebiet des Hinterrheins / ihre Stammlande wurden die Gebiete Rheinwald und Davos / im 14. Jh. erfolgten dann weitere Kolonisationen in Richtung Rheintal und Vorarlberg

Die Walser waren schon im Wallis wetterfeste Hochlandsiedler / hier fanden sie genügend Platz für ihre Weidewirtschaft / um die Weideplätze zu erweitern, drückten sie durch Waldrodungen ihre Siedlungsgebiete nach unten / das Aufeinandertreffen der robusten und wenig kultivierten Walser auf die genügsamen Einheimischen führte zu Reibereien / Hauptursache waren die von den Walsern bei den zuständigen Herzögen erkämpften Privilegien / eben denjenigen Herren, welche den Raetoromanen ihr Joch auferlegten / zudem trieben die Walser mit ihrem Herkunftsgebiet Tauschhandel und kamen so zu wirtschaftlicher Selbständigkeit

Sprache

Während der Zeit der römischen Besetzung bis Ende des 5. Jh. erfolgte automatisch die Romanisierung des rätischen Alpenlandes / das Volkslatein der römischen Soldaten und Handelsleute vermischte sich mehr und mehr mit der Sprache der einheimischen Räter / daraus entstand eine rätische Prägung, welche die Grundlage zur späteren 4. schweizerischen Landessprache schaffte / besser jedoch als die römischen Besetzer, der die Kolonialisierung Rätiens nie richtig gelang, verstand es dann die christliche Kirche, diesem Gebirgsvolk die lateinische Sprache und Kultur näher zu bringen

Im 6. Jh. war rätoromanisch von der oberen Donau bis zur Adria verbreitet / die Minderheiten der voneinander isolierten, italienisch-bündnerischen Täler Bergell, Calanca, Misox und Puschlav sind immer noch voll im Besitz ihrer im frühen Mittelalter erworbenen Sprache und Kultur / die Täler sind nach Süden offen und im Norden durch die Alpen abgeschirmt / die Bewohner haben sich seit frühester Zeit an der italienischen Lebensweise orientiert und waren vor dem Zugriff der Alemannen und Rätoromanen sicher

Im Gegensatz zu den übrigen Bündner Südtälern wird im Val Müstair rätoromanisch gesprochen → nämlich Jauer / ein Idiom, das mit dem Unterengadiner Dialekt Vallader eng verwandt ist / Jauer besitzt eine ausgeprägte Eigenständigkeit / es wird kaum geschrieben, sondern bloss gesprochen

Im Tirol nannte man im Mittelalter die Händler aus dem oberen Rheintal 'Kauer', weil sie aus Chur, dem einstigen 'Curia Raetorum' der Römer kamen / ihre Sprache, das Rätoromanische, war den Tirolern unverständlich / sie bezeichneten es einfach als 'Kauerwelsch' oder 'Kaurerwelsch (Churerwelsch) / 'Welsch' bezeichnete einst Art und Sprache der den Germanen benachbarten Kelten, später auch der Romanen, die grösstenteils romanisierte Kelten waren / heute meint das abgewandelte Wort 'Kauderwelsch' einen sprachlichen Wirrwarr mit ein paar verständlichen Brocken darin

Als 4. Landessprache geniesst das Rätoromanische einen hohen Sympathiebonus / nur noch ca. 0,6 % der Schweizer Bevölkerung sind Rätoromanen und etwa die Hälfte davon eines dieser romanischen Idiome mächtig / nämlich Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader / erst seit 1982 existiert eine gemeinsame Schriftsprache / das heutige Einzugsgebiet umfasst den Vorderrhein, Teilgebiete am Hinterrhein, Oberhalbstein und das Albulatal sowie Ober- und Unterengadin und das Münstertal

Eidgenossenschaft

Die Landschaft Graubünden ist im 14.-15. Jh. aus den Territorien verschiedener kleiner, weltlicher und geistlicher Herrschaften zusammengewachsen / die gezwungen waren, sich gegen die sehr viel grösseren Mächte ringsum zu behaupten

Der Gotteshausbund wurde 1367 in Chur mit dem Ziel geschlossen, eine schleichende Übernahme des Bistums Chur durch das Haus Habsburg zu verhindern / beteiligt waren die Regionen Chur, Churwalden, Surses, Oberhalbstein, Bergell, Engadin und Puschlav
In Trun wurde 1424 der Obere Bund (Graue Bund) für die Regionen Vorderrhein und Hinterrhein beschworen / und damit die seit 1395 bestehenden Bündnisse zwischen einzelnen Adligen und deren Untertanen zementiert / treibende Kraft zu diesem Bündnis war der Abt des Klosters Disentis / unter Beteiligung der grossen Feudalherren und der Gemeinden der beiden Rheintäler - später auch des Misox- und Calancatals
Auch der Zehngerichtebund richtete sich hauptsächlich gegen die Expansion Habsburgs nach Graubünden / nach dem Aussterben der Grafen von Toggenburg schlossen deren Untertanen in den Regionen Landwasser und Prättigau, sowie Bündner Herrschaft und Schanfigg 1436 einen Bund, der gegenseitige und ewige Ungetrenntheit der Teilnehmer vorsah

Von Österreich immer stärker bedroht, fürchteten sich die 3 Bünde vor einer Zerstückelung / aus dem Zusammenschluss der 3 Rätischen Bünde wurde dann 1524 der Freistaat der 'Drei Bünde' als erstes selbständiges bündnerisches Staatswesen geschaffen / die Motivation der Gründung lag im Verlangen, den Landfrieden zu sichern und die Ausgliederung in fremde Territorial-Herrschaften zu vermeiden / der Freistaat hatte Bestand bis die Mediationsakte Napoleons 1803 das Gebiet Graubünden als eigenständigen Kanton der Eidgenossenschaft einverleibte

Die gleichen Interessen der Drei Bünde und der Eidgenossen führte 1497 zum ersten Freundschafts-Bündnis / dieses verpflichtete jedoch noch nicht zur bewaffneten Hilfe / dennoch halfen die Drei Bünde den Eidgenossen im Kampf gegen Österreich / die Bündner ihrerseits bekamen Lust an der Eroberung weiterer Gebiete / 1512 krallten sie sich das Veltlin und die beiden Grafschaften Bormio und Chiavenna / 1518 erneuerten sie das Freundschafts-Bündnis mit den Eidgenossen

Der 30jährige Krieg (1618-48) zog ostwärts der Eidgenossenschaft vorbei / über die Pässe des unglücklichen Rätiens, das während der tragischen 'Bündner Wirren' (1618-39) 5mal von kaiserlichen, spanisch-mailändischen und französischen Truppen überrannt wurde und seine Schwäche teuer bezahlte / der eidgenössische Grenzschutz war trotz 30jähriger Dauergefahr lückenhaft und wenig wirksam

Bündner Wirren

Das Herzogtum Mailand war direkter Grenznachbar Graubündens / und damals im Aufstieg zur Grossmacht begriffen / Kaiser Karl V. hatte das Herzogtum 1535 zur spanischen Provinz gemacht / es war aber immer noch ein umstrittener Besitz seitens der Franzosen und der Habsburger in Österreich / das einsetzende Ringen um die Alpenpässe führte zu einer Zerreissprobe der Drei Bünde / Spanien forderte von den Drei Bünden ein Durchgangsrecht für die mit ihnen verbündeten Österreicher / Frankreich drang seinerseits darauf, den Österreichern den Weg nach Italien zu versperren

Die Drei Bünde waren in einer unangenehmen Lage / als Protestanten entschieden sie sich aber gegen die katholischen Habsburger und für den Anschluss an Frankreich / darauf überfielen spanische und österreichische Truppen das Gebiet der Drei Bünde / diese verloren grosse Gebietsteile mit den Alpenübergängen sowie das Veltlin / daraus entstand eine unauslöschliche Erbitterung beider Konfessionen gegeneinander / Hilfe kam 1635 von französischen Truppen / sie zwangen Spanien und Österreich zur Räumung der eroberten Gebiete

Jetzt trat Jürg Jenatsch ins Rampenlicht und verhandelte mit Spanien und Österreich / mit seiner Verschlagenheit, Zähigkeit und Rücksichtslosigkeit schreckte er auch vor der Ermordung seiner politischen Widersacher nicht zurück / er erreichte, dass beide Mächte sowohl die bündnerische Herrschaft im Veltlin, als auch den uneingeschränkten Bestand der Drei Bünden Republik anerkannten / doch die Agenten der Grossmächte zogen nach der vertraglichen Respektierung der bündnerischen Gebietshoheit durch die Täler der Drei Bünde / sie bemühten sich weiterhin um das Durchzugsrecht durch das strategisch wichtige Alpengebiet / auch lockten sie mit praller Geldbörse für die Reisläuferei und diese begann zu florieren

Val Müstair

Das Münstertal ist geografisch dem Vinschgau näher als der übrigen Schweiz / denn es ist vom Engadin durch den Ofenpass getrennt und gegen Süden hin geöffnet / der Austausch mit dem Südtirol gehört zum Alltag / 1728 verkaufte der Bischof das Tal an Österreich / 1762 kauften sich die Münstertaler selber zurück zu den 3 Bünden und bekannten sich dadurch eindeutig zur Schweiz

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Kanton Graubünden / Geschichte ab 1798

Anlässlich der Französischen Revolution füllten sich auch die Täler der Drei Bünde mit fremden Truppen / nämlich mit französischen, österreichischen und russischen Truppen unter General Suworow / die Drei Bünde beklagten den Verlust des Veltlins / dieses schloss sich 1797 der cisalpinischen Republik an / Napoleon offerierte zwar den Bündnern das Veltlin als bündnerisches Hoheitsgebiet / er verlangte jedoch die Anerkennung der Veltliner als Bürger des neu geschaffenen Kt. Graubünden / unfähig, sich rasch zu einigen und die von Napoleon gesetzte Frist einzuhalten, verloren die Drei Bünde ihre Haupteinnahmequelle, das Veltlin

Von den österreichischen und französischen Besetzern erniedrigt und ausgesogen / blieb den Drei Bünden kein anderer Ausweg als die Vereinigung mit der Helvetischen Republik / die grosse Mehrheit der Gerichtsgemeinden  sprach sich dafür aus / 1799 erfolgte die Unterzeichnung der Vereinigungsurkunde zur Eingliederung in das helvetische Staatswesen / die napoleonische Mediationsakte von 1803 führte das gesamte Gebiet als Kanton Graubünden / die Aufnahme als selbständiger Stand in die Eidgenossenschaft erfolgte unter gleichzeitiger Aufgabe der freistaatlichen Eigenständigkeit

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Kanton Graubünden / Religion

Reformation

Die Reformation schwappte 1517 auf das Bündnerland über / und mit ihr verloren die Bischöfe von Chur ihre Macht / das Reich des Bistums Chur aber die Souveränität über seine Territorien in der Schweiz / einzig der festungsartig umschlossene Wohnbezirk 'Hof' als Bischofssitz ermöglicht dem einst mächtigen Kirchen- und Reichsfürsten eine Weiterexistenz im reformierten Chur / weil die Regierung beide Glaubensrichtungen anerkannte, konnte sich jede Kirchgemeinde frei für oder gegen die neue Lehre entscheiden

Eine Folge der katholischen Gegenreformation nach 1650 war die barocke Kirchenarchitektur im Surses / während des 30jährigen Krieges (1618-48) zogen italienische Kapuzinermönche aus Italien ins Gebiet der Drei Bünde / sie sollten den Glauben gegen die Reformierten sichern / die Bevölkerung in der Region war gespalten / das obere Albulatal trat geschlossen zum protestantischen Glauben über / im unteren Albulatal und Surses dominierten die Kapuziner das religiöse Leben bis ins 20. Jh.

Das Bergell trat in der Reformation vollumfänglich der neuen Glaubensrichtung bei / als einziges italienisch sprechendes Gebiet innerhalb der heutigen Schweiz gehörte es zum wichtigsten Auffangland für die italienischen Glaubensflüchtlinge

Kulturelle Einflüsse

Im bündnerischen Kantonsgebiet strömten von überall her kulturelle Einflüsse zusammen / sie brauchten zwar viel Zeit bis in die hintersten Winkel / hielten sich dann aber mit hartnäckiger Zähigkeit gegenüber wechselnden Herrschaften und wurden zu eigenem Brauchtum verarbeitet / im Schutz der Berge blieb die Macht bei der Kirche und hier beim gut organisierten Bistum Chur / dieses bot der staatlichen Ordnung einen soliden Rahmen und konnte so die Kontinuität zwischen den Anfängen und dem Frühmittelalter ununterbrochen bewahren / erst die Karolinger gaben der römischen Kultur eigene Impulse durch den alemannischen Landadel

Surselva

Um 700 nChr. kam der Mönch namens Sigisbert nach Disentis und baute hier eine Kapelle / schon um 750 gründete Bischof Ursicinus ein Kloster in der Einsiedelei nach benediktinischen Ordensregeln / das erregte das Missfallen des mächtigen Bischofs in Chur / er liess seinen möglichen Rivalen ganz unchristlich beseitigen / dessen Nachfolger übte Sühne und machte dem Kloster grosszügige Schenkungen in der Surselva / diese bildeten den Grundstock des bis in die Gegenwart hinein umfangreichen klösterlichen Grundbesitzes

Die Mönche aber zogen Siedler heran, rodeten die sonnigen Terrassen um Disentis und im Val Medel / sie verkündeten den christlichen Glauben, auch jenseits des Oberalppasses / grössere Bedeutung erlangte der Lukmanierpass, als 940 sarazenische Horden vom Tessin her ins Rheintal einfielen und das Kloster plünderten / bevor sie Chur und St. Gallen heimsuchten / sie machten aber auf den vorteilhaften Weg durch die Alpen aufmerksam / der Lukmanierpass wurde zur bevorzugten Route deutscher Rompilger / das Kloster übernahm die Sicherung des Reise- und Warenverkehrs / es sorgte für den guten Ruf des Passes / 1048 war die Abtei für reichsunmittelbar erklärt worden

Der Abt als Feudalherr besass die hohe und niedere Gerichtsbarkeit / sowie die Rechte der Jagd, der Fischerei und des Bergbaus / sein Herrschaftsgebiet reichte von der Furka bis vor Ilanz und über den Lukmanier hinweg / in der lombardischen Ebene hatte die Abtei Streubesitz / auch pflegte sie rege Beziehungen zu den Herzögen von Mailand / dadurch erlangte die Surselva und das Kloster Disentis zunehmenden Wohlstand / im 13. Jh. erreichte die Einwanderungswelle der Walser ihren Höhepunkt

Val Müstair

Das Kloster St. Johann in Müstair war der Grund, weshalb das Dorf Müstair als einziges im Tal jenseits des Ofenpasses immer katholisch geblieben ist, während die anderen reformiert wurden

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Graubuenden Staat Gemeinden
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Kanton Graubünden / Gemeinden

Kanton Graubünden, Bezirk Albula  /  6 Gemeinden  •  8'150 Einw.  •  683,51 km2

Albula/Alvra  /  859 müM  •  1'325 Einw.  •  93,93 km2
Bergün Filisur  /  1'367/1032 müM  •  960 Einw.  •  190,14 km2
Lantsch/Lenz  /  1'328 müM  •  555 Einw.  •  21,81 km2
Schmitten  /  1'301 müM  •  245 Einw.  •  11,35 km2
Surses  /  1'398 müM  •  2'345 Einw.  •  323,77 km2
Vaz/Obervaz  /  1'300 müM  •  2'720 Einw.  •  42,51 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Bernina  /  2 Gemeinden  •  4'650 Einw.  •  237,31 km2

Brusio  /  780 müM •  1'135 Einw.  •  46,30 km2
Poschiavo  /  1'014 müM  •  3'515 Einw.  •  191,01 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Unter-Engadin/Val Müstair  /  5 Gemeinden  •  9'260 Einw.  •  1'196,55 km2

Samnaun  /  1'846 müM  •  760 Einw.  •  56,28 km2
Scuol  /  1'250 müM  •  4'600 Einw.  •  438,63 km2
Val Müstair  /  1'375 müM  •  1'510 Einw.  •  198,64 km2
Valsot  /  1'236 müM  •  860 Einw.  •  158,96 km2
Zernez  /  1'474 müM  •  1'530 Einw.  •  344,04 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Imboden  /  7 Gemeinden  •  20'880 Einw.  •  203,81 km2

Bonaduz  /  662 müM  •  3'295 Einw.  •  14,40 km2
Domat/Ems  /  586 müM  •  8'070 Einw.  •  24,22 km2
Felsberg  /  572 müM  •  2'570 Einw.  •  13.40 km2
Flims  /  1'081 müM  •  2'825 Einw.  •  50,51 km2
Rhäzüns  /  657 müM  •  1'495 Einw.  •  13,37 km2
Tamins  /  662 müM  •  1'215 Einw.  •  40,74 km2
Trin /  876 müM  •  1'410 Einw.  •  47,17 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Landquart  /  8 Gemeinden  •  24'960 Einw.  •  174,67 km2

Fläsch  /  528 müM  •  775 Einw.  •  19,94 km2
Jenins  /  635 müM  •  895 Einw.  •  10,54 km2
Landquart  /  563 müM  •  8'850 Einw.  •  18,86 km2
Maienfeld  /  504 müM  •  2'860 Einw.  •  32,33 km2
Malans  /  568 müM  •  2'340 Einw.  •  11,40 km2
Trimmis  /  637 müM  •  3'285 Einw.  •  42,87 km2
Untervaz  /  564 müM  •  2'510 Einw.  •  27,72 km2
Zizers  /  561 müM  •  3'445 Einw.  •  11,01 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Maloja  /  12 Gemeinden  •  18'400 Einw.  •  973,65 km2

Bever  /  1'708 müM  •  600 Einw.  •  45,75 km2
Bregaglia  /  994 müM  •  1'530 Einw.  •  251,45 km2
Celerina/Schlarigna  /  1'714 müM  •  1'505 Einw.  •  24,02 km2
La Punt-Chamues-ch  /  1'687 müM  •  710 Einw.  •  63,28 km2
Madulain  /  1'697 müM  •  210 Einw.  •  16,28 km2
Pontresina  /  1'805 müM  •  2'195 Einw.  •  118,20 km2
Samedan  /  1'721 müM  •  2'955 Einw.  •  113,80 km2
S-chanf  /  1'660 müM  •  685 Einw.  •  138,04 km2
Sils im Engadin/Segl  /  1'803 müM  •  690 Einw.  •  63,58 km2
Silvaplana  /  1'815 müM  •  1'120 Einw.  •  44,77 km2
St. Moritz  /  1'822 müM  •  4'995 Einw.  •  28,69 km2
Zuoz  /  1'716 müM  •  1'205 Einw.  •  65,79 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Moesa  /  12 Gemeinden  •  8'540 Einw.  •  496,05 km2

Buseno  /  801 müM  •  85 Einw.  •  11,15 km2
Calanca  /  876 müM  •  195 Einw.  •  37,72 km2
Cama  /  366 müM  •  565 Einw.  •  15,00 km2
Castaneda  /  750 müM  •  280 Einw.  •  3,96 km2
Grono  /  336 müM  •  1'375 Einw.  •  37,12 km2
Lostallo  /  439 müM  •  760 Einw.  •  50,86 km2
Mesocco  /  769 müM  •  1'375 Einw.  •  164,77 km2
Rossa  /  1'089 müM  •  150 Einw.  •  58,89 km2
Roveredo  /  298 müM  •  2'485 Einw.  •  38,79 km2
Santa Maria  /  955 müM  •  110 Einw.  •  9,31 km2
San Vittore  /  278 müM  •  825 Einw.  •  22,06 km2
Soazza  /  620 müM  •  335 Einw.  •  46,42 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Plessur  /  6 Gemeinden  •  44'280 Einw.  •  285.31 km2

Arosa  /  1'775 müM  •  3'185 Einw.  •  154,79 km2
Chur  /  593 müM  •  37'240 Einw.  •  28,09 km2
Churwalden  /  1'230 müM  •  2'010 Einw.  •  48,53 km2
Haldenstein  /  566 müM  •  1'025 Einw.  •  18,56 km2
Maladers  /  1'013 müM  •  505 Einw.  •  7,59 km2
Tschiertschen-Praden  /  1'350 müM  •  315 Einw.  •  27,74 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Prättigau-Davos  /  11 Gemeinden  •  26'270 Einw.  •  853,40 km2

Conters  /  1'110 müM  •  225 Einw.  •  18,40 km2
Davos  /  1'560 müM  •  10'935 Einw.  •  284,00 km2
Fideris  /  897 müM  •  600 Einw.  •  25,36 km2
Furna  /  1'351 müM  •  210 Einw.  •  33,32 km2
Grüsch  /  629 müM  •  2'075 Einw.  •  43,30 km2
Jenaz  /  755 müM  •  1'160 Einw.  •  25,91 km2
Klosters-Serneus  /  1'179 müM  •  4'440 Einw.  •  219,80 km2
Küblis  /  814 müM  •  855 Einw.  •  8,14 km2
Luzein  /  958 müM  •  1'575 Einw.  •  83,88 km2
Schiers  /  660 müM  •  2'615 Einw.  •  61,66 km2
Seewis  /  937 müM  •  1'380 Einw.  •  49,63 km2
...

Kanton Graubünden, Bezirk Surselva  /  15 Gemeinden  •  21'420 Einw.  •  1'373,56 km2

Breil/Brigels  /  1'280 müM  •  1'785 Einw.  •  96,58 km2
Disentis/Mustér  /  1'130 müM  •  2'090 Einw.  •  90,99 km2
Falera  /  1'220 müM  •  625 Einw.  •  22,36 km2
Ilanz/Glion  /  698 müM  •  4'705 Einw.  •  133,48 km2
Laax  /  1'016 müM  •  1'755 Einw.  •  31,71 km2
Lumnezia  /  1'244 müM  •  2'045 Einw.  •  165,48 km2
Medel  /  1'332 müM  •  385 Einw.  •  136,22 km2
Obersaxen Mundaun  /  1'281 müM  •  1'160 Einw.  •  70,36 km2
Safiental  /  1'315 müM  •  905 Einw.  •  151,42 km2
Sagogn  /  779 müM  •  685 Einw.  •  6,92 km2
Schluein  /  762 müM  •  625 Einw.  •  4,79 km2
Sumvitg  /  1'056 müM  •  1'180 Einw.  •  101,88 km2
Trun  /  861 müM  •  1'170 Einw.  •  51,90 km2
Tujetsch  /  1'450 müM  •  1'255 Einw.  •  133,91 km2
Vals  /  1'252 müM  •  1'050 Einw.  •  175,56 km2
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Kanton Graubünden, Bezirk Viamala  /  22 Gemeinden  •  13'540 Einw.  •  627,58 km2

Andeer  /  982 müM  •  945 Einw.  •  46,30 km2
Avers  /  1960 müM  •  170 Einw.  •  93,12 km2
Casti/Wergenstein  /  1'489 müM  •  55 Einw.  •  25,62 km2
Cazis  /  659 müM  •  2'175 Einw.  •  31,18 km2
Domleschg  /  801 müM  •  1'990 Einw.  •  45,94 km2
Donat  /  1'037 müM  •  210 Einw.  •  4,67 km2
Ferrera  /  1'316 müM  •  75 Einw.  •  75,46 km2
Flerden  /  1'244 müM  •  255 Einw.  •  6,09 km2
Fürstenau  /  650 müM  •  350 Einw.  •  1,32 km2
Lohn  /  1'585 müM  •  40 Einw.  •  8,17 km2
Masein  /  865 müM  •  480 Einw.  •  4,20 km2
Mathon  /  1'527 müM  •  50 Einw.  •  15,13 km2
Rheinwald  /  1'516 müM  •  635 Einw.  •  136,82 km2
Rongellen  /  1'003 müM  •  55 Einw.  •  2,02 km2
Rothenbrunnen  /  625 müM  •  310 Einw.  •  3,11 km2
Scharans  /  760 müM  •  810 Einw.  •  14,29 km2
Sils im Domleschg  /  633 müM  •  930 Einw.  •  9,28 km2
Sufers  /  1'430 müM  •  140 Einw.  •  34,62 km2
Thusis  /  720 müM  •  3'200 Einw.  •  16,77 km2
Tschappina  /  1'500 müM  •  130 Einw.  •  24,67 km2
Urmein  /  1'264 müM  •  145 Einw.  •  4,33 km2
Zillis-Reischen  /  945 müM  •  390 Einw.  •  24,47 km2

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