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Kanton Tessin

Bild Schwyz Staat
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Talkessel Schwyz

Kanton Schwyz / Staat

Kanton Schwyz / Behörden

Hauptort Schwyz  •  Eintritt 1291  •  Kennung SZ

Regierung  /  7 Regierungsräte/-innen
•  1 Landammann/Frau Landammann
•  1 Landesstatthalter/Frau Landesstatthalter, 5 Regierungsräte/-innen
•  3 SVP, 2 CVP, 2 FDP
•  Alle Regierungsräte/-innen werden vom Volk für 4 Jahre gewählt
•  Landammann/Frau Landammannn und Landesstatthalter/-in wählt der Kantonsrat für jeweils 2 Jahre

Parlament  /  100 Kantonsräte/-innen
•  33 SVP, 27 CVP, 22 FDP, 14 SP, 3 Grünliberal, 1 Grüne

Bund
•  2 Ständeräte  •  2 SVP
•  4 Nationalräte  •  2 SVP, 1 CVP, 1 FDP

Wahlen
•  Proporz  •  Nationalrat, Kantonsrat
•  Bei 17 Gemeinden werden 87 Kantonsratsmandate nach dem Verhältnis der Wohnbevölkerung verteilt
•  Majorz  •  Ständerat, Regierungsrat, Bezirks-/Gemeinderat
•  Auf die 13 Gemeinden mit der geringsten Einwohnerzahl entfällt nur je 1 Kantonsratssitz  •  gewählt ist die Person mit den meisten Stimmen

Gliederung  /  6 Bezirke  •  30 Gemeinden

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Kanton Schwyz / Geografie

Fläche  /  Gesamter Kanton  •  100 %  •  908,2 km2
•  Bestockte Fläche (Wald und Büsche)  •  33,7 %  •  306,1 km2
•  Landwirtschaftliche Nutzfläche  •  40,5 %  •  367,8 km2
•  Siedlungsfläche  •  6,1 %  •  55,4 km2
•  Unproduktive Fläche  •  19,7 %  •  178,9 km2

Grenze  /  Gesamtlänge
•  Luzern  •  29,7 km
•  Nidwalden
•  Uri
•  Glarus
•  St. Gallen
•  Zürich
•  Zug  •  28,5 km

Geländepunkt
•  Höchster Punkt: Bös Fulen  •  2'801 müM
•  Tiefster Punkt: Zürichsee  •  406 müMPfeil nach oben

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Kanton Schwyz / Bevölkerung

Bevölkerung  /  Gesamter Kanton  •  153'330 Einw.
•  Ausländer  •  19,6 %  •  30'050 Einw.
•  Bevölkerungsdichte (ohne unproduktive Fläche)  •  210 Einw./km2

Sprachen  /  Landessprache deutsch
•  Deutsch  •  89,6 %
•  Französisch  •  0,4 %
•  Italienisch  •  2,8 %
•  Englisch  •  3,8 %
•  Andere  •  3,4 %

Konfession
•  Katholisch  •  63,8 %
•  Protestantisch  •  11,3 %
•  Islamisch  •  4,35 %
•  Ohne Konfession  •  14,4 %
•  Keine Angabe  •  6,15 %

Beschäftigte
•  Sektor I: Land- und Forstwirtschaft  •  6 %
•  Sektor II: Industrie und Gewerbe  •  26,9 %
•  Sektor III: Dienstleistung  •  67,1 %Pfeil nach oben

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Kanton Schwyz / Gemeinden

Kanton Schwyz, Bezirk Schwyz  /  15 Gemeinden  •  54'190 Einw.  •  506,8 km2

Alpthal  /  996 müM  •  600 Einw.  •  22,9 km2
Arth  /  421 müM  •  11'700 Einw.  •  48,5 km2
Illgau  /  807 müM  •  790 Einw.  •  10,9 km2
Ingenbohl  /  439 müM  •  8'710 Einw.  •  16,7 km2
Lauerz  /  457 müM  •  1'090 Einw.  •  9,2 km2
Morschach  /  650 müM  •  1'120 Einw.  •  23,5 km2
Muotathal  /  606 müM  •  3'460 Einw.  •  172,2 km2
Oberiberg  /  1'130 müM  •  890 Einw.  •  32,9 km2
Riemenstalden  /  1'130 müM  •  90 Einw.  •  11,2 km2
Rothenthurm  /  923 müM  •  2'330 Einw.  •  22,8 km2
Sattel  /  794 müM  •  1'880 Einw.  •  17,4 km2
Schwyz  /  516 müM  •  15'000 Einw.  •  53,2 km2
Steinen  /  474 müM  •  3'300 Einw.  •  11,9 km2
Steinerberg  /  625 müM  •  910 Einw.  •  6,9 km2
Unteriberg  /  925 müM  •  2'320 Einw.  •  46,6 km2

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Kanton Schwyz, Bezirk Gersau  /  1 Gemeinde  •  2'200 Einw.  •  23,6 km2

Gersau  /  435 müM  •  2'200 Einw.  •  23,6 km2

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Kanton Schwyz, Bezirk Küssnacht  /  1 Gemeinde  •  12'380 Einw.  •  36,2 km2

Küssnacht  /  457 müM  •  12'380 Einw.  •  36,2 km2

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Kanton Schwyz, Bezirk Einsiedeln  /  1 Gemeinde  •  15'000 Einw.  •  109,7 km2

Einsiedeln  /  882 müM  •  15'000 Einw.  •  109,7 km2

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Kanton Schwyz, Bezirk Höfe  /  3 Gemeinden  •  27'980 Einw.  •  44,7 km2

Feusisberg  /  685 müM  •  5'030 Einw.  •  17,5 km2
Freienbach  /  418 müM  •  15'840 Einw.  •  20,7 km2
Wollerau  /  514 müM  •  7'110 Einw.  •  6,5 km2

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Kanton Schwyz, Bezirk March  /  9 Gemeinden  •  41'580 Einw.  •  187,2 km2

Altendorf  /  421 müM  •  6'660 Einw.  •  24,6 km2
Galgenen  /  425 müM  •  5'120 Einw.  •  13,3 km2
Innerthal  /  915 müM  •  200 Einw.  •  50,2 km2
Lachen  /  408 müM  •  8'310 Einw.  •  4,3 km2
Reichenburg  /  434 müM  •  3'400 Einw.  •  11,6 km2
Schübelbach  /  433 müM  •  8'830 Einw.  •  29,0 km2
Tuggen  /  409 müM  •  3'230 Einw.  •  15,1 km2
Vorderthal  /  735 müM  •  1'040 Einw.  •  28,1 km2
Wangen  /  424 müM  •   4'790 Einw.  •  11,0 km2Pfeil nach oben

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Kanton Schwyz / Geschichte bis 1798

Vor Jh. schon lebten Menschen im Gebiet des späteren Kt. Schwyz / besonders intensiv war die Besiedlung im Raum Freienbach-Hurden / zahlreiche Funde belegen Dasein und Wirken jener ’Ur-Schwyzer’ vor 4-5’000 Jahren / aus Stein waren vorerst noch ihre Werkzeuge und bald dann aus Bronze / die recht vielfältigen Funde im ganzen Kantonsgebiet beweisen es / seltener sind die Zeugnisse der folgenden Epoche, der Eisenzeit / die Bevorzugung der Siedlungsräume an Seeufern und günstigen Hanglagen kennzeichnet sodann die Erfassung des Raumes zur römischen Zeit
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Vor rund 1’400 Jahren setzten sich die Alemannen fest und prägten mit ihren Wirtschafts- und Lebensformen die alten Siedlungsräume / das Volk wuchs, das Land musste ausgebaut werden / das Christentum drang vor, die Kirchenbauten von Tuggen und Schwyz erlauben es, diesen Vorgang ins späte 7. und frühe 8. Jh. festzulegen / am Zürichsee und in den Talkesseln von Schwyz und Arth werden Schwerpunkte der Siedlung erkennbar
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Nach Jh. sind die Strukturen besser zu fassen / die bisher seltenen schriftlichen Quellen beginnen reichlicher zu fliessen / im 10. Jh. gewann das Kloster Einsiedeln, reich beschenkt von den deutschen Königen, rasch an Bedeutung / so erhielt es vom deutschen Kaiser Otto I. die Insel Ufenau im Zürichsee samt Pfäffikon und Uerikon / das Kloster und die Leute von Schwyz rangen während Jh. um Alpen, Wälder und Weiderechte im Grenzgebiet / stets deutlicher trat dabei die Organisation der Schwyzer, die Talgemeinschaft hervor / sie gewann an Selbstbewusstsein und Macht und trat in Konkurrenz zu den auswärtigen Grundherren im späteren Kantonsgebiet
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Die Schwyzer erreichten 1240 in Faenza (I) von Kaiser Friedrich II. die Reichsunmittelbarkeit / sie versuchten, sich auf diese Weise gegen die Ansprüche der zur stärksten regionalen Macht gewordenen Habsburger zu wappnen / das Dokument trug jedoch den Makel an sich, dass es von Friedrich ausgefertigt worden war, während er unter dem Kirchenbann stand / und der Reichstag alle seine Akten aus dieser Zeit in aller Form annulliert hatte
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Die politischen Interessen der Schwyzer wurden von ihren wirtschaftlichen mitbestimmt / ihre Landwirtschaft war im Umbruch, der Zug zu einer umfangreichen Grossviehhaltung setzte ein / dafür brauchte es Absatzmärkte und Handel / der neue Gotthardweg wies die Richtung nach Süden
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Nach dem Tod von König Rudolf I. von Habsburg 1291 erneuerten Uri, Schwyz und Nidwalden ihren Bund von 1230 mit dem Bundesbrief vom August 1291 / Obwalden stiess erst 1309 dazu, als Kaiser Heinrich VII. die Freiheitsbriefe der Urkantone bestätigte / mit dem Bund von Anfang August 1291 wurde die urschweizerische Eidgenossenschaft eine politische Realität
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Entscheidend für die Geschichte der Talschaft Schwyz wurde der Konflikt mit dem Kloster Einsiedeln (Marchenstreit) / die 934 von Strassburg aus gegründete Abtei erhielt von den schwäbischen Herzögen und den römisch-deutschen Kaisern grosse Ländereien geschenkt / dazu gehörte auch das ganze Quell- und Flussgebiet von Sihl, Alp und Biber / im 11. Jh. verbreitete sich alsdann die Grossviehhaltung / dazu waren mehr Weideland und Alpen erforderlich / diese gab es reichlich jenseits der Wasserscheide (Biberegg-Haggenegg-Holzegg-Ibergeregg) und damit auf Klostergebiet / bäuerliche Rodungen und die Entführung der Mönche durch die Schwyzer in der Dreikönigsnacht 1314, sowie deren Parteiname für König Ludwig den Bayern und gegen König Ludwig den Schönen von Österreich führten zu einem Rachefeldzug der Habsburger, die seit 1283 Vögte der Waldstatt und Schutzmacht des Klosters Einsiedeln waren / der Sieg in diesem militärischen Konflikt (Schlacht am Morgarten von 1315) sicherte den Schwyzern schliesslich den Besitz von beträchtlichen Gebieten jenseits der Mythen
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Zur Bewahrung der Freiheit schlossen die Schwyzer mit den Arthern um 1315 einen gegen die Herrschaft Österreichs gerichteten Bund / als Schutz gegen allfällige Angriffe entstand bei Arth eine gewaltige Letzimauer mit Türmen, die sich von einem Berghang dem See entlang zum anderen hinüberzog / heute sind davon kaum mehr Spuren sichtbar / Letzinen (Befestigungen) wurden ebenfalls in Brunnen und auf der Altmatt gebaut, um das Land Schwyz zu schützen
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Der Morgartenkrieg (Schlacht am Morgarten 1315) und bange Jahre danach hielten das Land in Atem / nach dem Sieg von Morgarten wurde der eidg. Bund im schwyzerischen Brunnen neu beschworen und dadurch die 3 Länder am See enger zusammen geschmiedet / sein Wortlaut weist eindeutig auf den dominierenden Einfluss von Schwyz hin, weil es im Gegensatz zu den Urnern noch keinen Rechtsanspruch auf Reichsfreiheit hatte / Schwyz war bei allen schweizerischen Bürgerkriegen, vom Alten Zürichkrieg über die konfessionellen Auseinandersetzungen / hin zur reformatorischen und gegenreformatorischen Periode bis zum Sonderbundskrieg von 1845-47 eine treibende Kraft
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Die Schwyzer verkörperten in den Augen der Habsburger und deren feudalen Verbündeten das böse Prinzip der Auflehnung gegen jede rechtmässige und gottgewollte Autorität / wer sich mit ihnen einliess, wurde in den gleichen Topf geworfen und allesamt mit dem Schimpfnamen ’Schwyzer’ betitelt / dabei geschah es, dass der ursprüngliche Schimpfname von den damit Bezeichneten am Ende als Ehrenname akzeptiert wurde / die Eidgenossen haben schliesslich ein eigenes nationales Bewusstsein entwickelt und sich als ’Schweizervolk’ gefühlt
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Das grosse Ansehen der Schwyzer seit dem Sieg bei Morgarten von 1315 führte dazu, dass der Name Schweiz zuerst für die Waldstätte und später für die ganze Eidgenossenschaft verwendet wurde / die Bezeichnung 'Schweizerische Eidgenossenschaft' findet sich erstmals im Pfaffenbrief von 1370 / einem Vertragswerk zwischen Zürich, Luzern, Zug, Uri, Schwyz und Unterwalden, das weltliche und geistliche Personen zum Gehorsam gegenüber der lokalen Obrigkeit verpflichtete
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Schwyz begann, seine engeren Grenzen zu sprengen / mit dem Kloster Einsiedeln kam es 1350 zum Ausgleich / mit dem Tod des Toggenburger Grafen Friedrich beginnt der Kampf um das Erbe zwischen Zürich und Schwyz / Schwyz gewinnt die Höfe und die obere March und setzt seinen Einfluss zwischen Zürich- und Obersee durch / bald traten die Schwyzer an die Stelle der alten habsburgischen Schirmherren
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Die March wurde als freies Land von den Schwyzern ins Landrecht aufgenommen / der gemeinsame Weg einer an Wechselfällen reichen Partnerschaft begann / in gleicher Weise fiel in Küssnacht die Entscheidung zugunsten der Schwyzer Landesherrschaft / um einiges später folgten die Höfe, als Vogtei kamen sie nach dem ’Alten Zürichkrieg’ unter Schwyz / danach endete die Schwyzer Expansionspolitik
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Die ausserschwyzerischen Untertanengebiete waren Küssnacht, Einsiedeln, March und Höfe / diese genossen zwar ein beträchtliches Mass an Selbstverwaltung und innerer Autonomie / sie wählten ihre eigene Behörden und unterstanden keinen schwyzerischen Vögten, blieben jedoch in allen Angelegenheiten des Gesamtstaates ohne Stimme / erst die napoleonische Mediationsverfassung dehnte die demokratische Gleichberechtigung auch auf die ausser-schwyzerischen Bezirke aus / und in der Restauration wurde sie ihnen auch gleich wieder streitig gemacht / 1832 hatten sich die 4 Bezirke als Kt. ’Schwyz äusseres Land’ konstituiert / nur eine bewaffnete eidg. Intervention konnte die bereits vollzogene Sezession rückgängig machen / sie rang den widerstrebenden Schwyzern das Zugeständnis der Gleichberechtigung für das gesamte Kantonsgebiet ab / jene Entwicklung formte die innerkantonalen Strukturen bis auf den heutigen Tag / die alten Landschaften leben als eigenständige Bezirke fort
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Schwyz versuchte mit Hilfe der Landschaft Einfluss auf die Stadt Zug zu gewinnen / diese wurde 1364 besetzt und erst 1404 von Schwyz unabhängig / die einzige weitere Expansionsmöglichkeit war somit Richtung Zürichsee gegeben / im Jahre 1386 wurde die Gegend von Altendorf ins Schwyzer Landrecht aufgenommen / 2 Jahre später halfen 200 Schwyzer als einzige bei Näfels den Glarnern / auch die Appenzeller unterstützte Schwyz beim Freiheitskampf / dafür schenkten die Appenzeller den Schwyzern die von ihnen 1405 eroberte mittlere March (Lachen, Galgenen, Wägital)
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Die obere March war mit auslösendes Moment für den Alten Zürichkrieg (1436-1450) / der letzte Toggenburger (Friedrich VII.) hatte mit den Schwyzern für die Herrschaft Grynau (Wangen, Tuggen) ein Landrecht abgeschlossen / deshalb wurde das Gebiet nach seinem Tod umgehend besetzt / um das Erbe des Toggenburgers entbrannte ein langjähriger Zwist (1436-1450), der die Eidgenossenschaft tief entzweite / schliesslich behielt Schwyz die March und die eroberten Höfe (Wollerau, Pfäffikon, Hurden und die Insel Ufenau) / der oberste Hof der March, Reichenburg, unterstand bis 1798 dem Kloster Einsiedeln / die führende Rolle der Schwyzer im Alten Zürichkrieg führte dazu, dass im Lager der Gegner der Name Schwyzer immer mehr für die ganze Eidgenossenschaft in Gebrauch kam
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Noch zehrte Schwyz von seinem Ansehen als Urstand und von seiner expansiven Kraft / es förderte demokratische Bewegungen in der Ostschweiz und stellte sich an die Spitze adelsfeindlicher Aktionen / mit den eidg. Orten nahm jedoch auch Schwyz an den Eroberungen des 15.-16. Jh. und an der Herrschaft über die unterworfenen Gebiete teil
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Während des Absolutismus im 17.-18. Jh. teilten sich wenige Geschlechter und Familien die Landesämter / in dieser Zeit wurde den Landschaften March, Einsiedeln, Küssnacht und Höfe die einstigen Freiheiten vom alten Land beschnitten / 2mal entluden sich diese inneren Spannungen / 1763-65 entstand aus einem Streit der ’Harten- und Lindenhandel’ / 1764-66 verweigerten die Einsiedler neue Abgaben und wurden von der Obrigkeit mit aller Härte verurteilt / daraus entstand der Einsiedler Handel
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Alt-Schwyz mit seinem politischen Zentrum in der Pfarrei St. Martin und dem europäisch bedeutenden Wallfahrtskloster Einsiedeln / sowie mit seinen alten Bundesgenossen um den Vierländersee, trat in Verbindung mit weiteren Nachbarn / das komplexe Gebilde der Eidgenossenschaft wurde zu einem historisch bedeutsamen und einmaligen Bundessystem / Kämpfe und politische Auseinandersetzungen begleiteten die Städte und Länder durch die Jh. / in seiner starken Stellung als kulturell und wirtschaftlich gut entwickeltes Gebiet wurde Schwyz mit der Zeit von den kräftig zulegenden und finanzstarken Städten des Alpenvorlandes überholt
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Schweizer Knechte wurden als Söldner fremder Kriegsherren begehrt / der Schwyzer Anteil an diesem Soldgeschäft war bedeutend / mit der Zeit entwickelte sich hier ein eigentliches Militärunternehmertum / die Herrensitze des Hauptortes Schwyz verdanken ihre Entstehung hauptsächlich diesem auch von schweren Schatten begleiteten Geschäft / die mit den fremden Diensten verbundenen kulturellen Anstösse, vor allem aus Frankreich und Italien, sind nicht zu unterschätzen / die Repräsentanten der Soldpolitik waren schliesslich identisch mit den führenden Leuten des Staates, die Kollision der Interessen war oft vorgegeben
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Die Leistungen einheimischer und fremder Künstler waren seit jeher von den sakralen Bedürfnissen geprägt / der berühmteste Schwyzer Künstler aller Zeiten, der Medailleur Johann Carl von Hedlinger, lebte und wirkte indessen im Ausland, an den Königshöfen Europas / die Hauptträger dieser kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Formen entwickelten wachsende aristokratische Tendenzen / der Souverän des Landes, die seit dem 13. Jh. bestehende Landsgemeinde, sah sich zunehmend eingeengt / es kam im 18. Jh. zu Ausbrüchen des Volkszorns und Umstürzen / Sturmzeichen einer alternden Epoche / wenn auch die Bewegung der Aufklärung vorerst elitär und in Schwyz nur marginal wirksam blieb, so machte sich doch Unrast und Wille zur Veränderung bereit / in den angehörigen Landschaften regte sich der Widerstand gegen das zunehmend selbstherrliche Regiment von Schwyz
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Schon vor rund 12’000 Jahren wurde das Hochtal Einsiedeln von nomadisierenden Jägern besucht / zahlreiche Funde aus der Steinzeit und aus der Bronzezeit wurden in den vergangenen Jahren aufgefunden / doch bestanden damals vermutlich keine festen Siedlungen in dieser Gegend / der Wallfahrtsort Maria Einsiedeln (im Finstern Wald) ist eng mit dem Leben des heiligen Meinrad verbunden, dem 1. Einsiedler dieser Gegend / er stammte aus einer Adelsfamilie in Süddeutschland / im Jahre 835 soll Meinrad an der Stelle, wo heute die Gnadenkapelle in der Klosterkirche steht, eine Klause und eine Kapelle errichtet haben
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934 wurden die Einsiedler durch Eberhard, einem vornehmen Priester aus Strassburg, zu einem Benediktinerkloster zusammengefasst / 934 gilt als Gründungsjahr des Klosters Einsiedeln, das fortan die Geschicke dieser Gegend massgebend bestimmte / die Gründung des Stifts wurde 947 durch Otto I. bestätigt und ging mit einer üblichen Schenkung von Land einher / das Stift erhielt ausserdem die freie Abtwahl und Immunität
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250 Jahre lang dauerte der Marchstreit mit den Schwyzern, der zur Schlacht am Morgarten (1315) führte / das Kloster verlor rund die Hälfte seiner Gebiete an die Schwyzer
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Nach dem ersten Klosterbrand von 1029 wurde von 1031–39 eine 3schiffige Basilika mit einer Krypta errichtet, welche die Grundform für den späteren Barockbau vorgab / eine zweite Basilika (Unteres Münster) wurde 1230 über dem ummauerten Hof errichtet / nach einem Brand im Jahr 1465 wurde dieses untere Münster eingewölbt / 1509 und 1577 stand die Kirche erneut in Flammen
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Huldrych Zwingli war von 1516–18 als Leutpriester im Kloster beschäftigt / der letzte Mönch verliess 1525 das Kloster, im Juli 1526 musste der Abt des Stifts zurücktreten; das Kloster Einsiedeln war ausgestorben / die Schwyzer beriefen dann einen neuen Abt, Ludwig II. Blarer von Wartensee, der jedoch erst 1533 von Rom als rechtmässig anerkannt wurde / er nahm die ersten Bürgerlichen in das Kloster auf und belebte es so wieder neu
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Mit dem Bau der heutigen Klosteranlage wurde 1704 nach den Plänen von Bruder Caspar Moosbrugger begonnen / 1735 konnte die Kirche eingeweiht werden / 1798 plünderten die Franzosen das Kloster und verwüsteten wertvolle Einrichtungen
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In Egg bei der sogenannten Teufelsbrücke am Etzel wurde 1493 Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim) geboren / in jungen Jahren schon verliess er seine Heimat, um als Wanderarzt jene Kenntnisse und Einsichten zu gewinnen, die ihn zum Begründer der modernen Medizin werden liessen / 1804 wurde Einsiedeln schwyzerischer Bezirk / während der vorübergehenden Trennung des Kantons (1831-1833) war Einsiedeln abwechselnd mit Lachen Hauptort des Halbkantons Ausserschwyz
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Im Jahre 965 schenkte Kaiser Otto I. das Gebiet zwischen Zürichsee, Etzel und Höhronen dem Kloster Einsiedeln / dieses errichtete zur Sicherung seiner Grundherrschaft um 1250 in Pfäffikon einen Turm / die Schirmvogtei sowie die hohe Gerichtsbarkeit hatten die Grafen von Rapperswil inne / 1342 übernahmen die Zürcher die Vogtei über die Höfe / nach dem Alten Zürichkrieg (1450) gingen die Höfe an das Alte Land Schwyz, das jedoch den Höfnern erst im Jahre 1798 unter dem Druck der Franzosenherrschaft die politische Gleichberechtigung gewährte
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Der Bezirk Höfe fand erst 1848 seine heutige Gestalt / von 1803 bis 1848 gab es zwei selbständige Bezirke, nämlich Wollerau (Unterer oder Hinterer Hof des Klosters Einsiedeln) und Pfäffikon (Vorderer oder Oberer Hof des Klosters Einsiedeln) / während der Trennung von 1831-1833 blieb der Bezirk Wollerau beim Halbkanton Innerschwyz
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Die March war ursprünglich Grenzland (marca) gegen Rätien und im Besitze der Grafen von Rapperswil / zuerst wurde sie dann von den Schwyzern und später von den Appenzellern erobert, die sie wiederum den Schwyzern schenkten / bis 1798 war die March Untertanenland von Schwyz / sie rebellierte dann aber in der Zeit der Restauration und der Regeneration gegen das ’Alte Land’ und schuf mit den Bezirken Einsiedeln, dem Vordern Hof Pfäffikon und dem Bezirk Küssnacht einen eigenen ’Halbkanton Schwyz, äusseres Land’ / dieser hatte allerdings nur kurzen Bestand (1831-1833) / der Bezirk in seiner heutigen Gestalt ist das Ergebnis der Landsgemeinde von 1848, an der die Kantonsverfassung angenommen wurde
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Der Ortsname Küssnacht geht auf einen Gutshof des Keltorömers Cossinius zurück / um 870 kam die Gegend an das Benediktinerkloster Luzern / nach dem Aussterben der Ritter von Küssnach (ohne t) wohnten die Edlen von Silenen bis ins 16. Jh. auf der sogenannten Gesslerburg (auf der übrigens nie ein Vogt namens Gessler lebte) / anschliessend zerfiel die Burg, weil sie nicht mehr bewohnt war / 1424 wurde der Anschluss an Schwyz verbrieft / 1831 schloss sich Küssnacht dem Halbkanton Ausserschwyz an / nach dem Einmarsch der Schwyzer in Küssnacht befahl die Tagsatzung 1833 die Wiedervereinigung der beiden Halbkantone (Fresko am Pfrundhaus) / bis zur Eröffnung der Gotthardbahn 1882 war Küssnacht Umschlagplatz an der ehemaligen Transitroute von Zürich nach Zug-Immensee-Hohle Gasse-Küssnacht-Flüelen-Gotthard
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Immensee hiess jener Teil des Zugersees, wo der Ritter Immo von Buonas das Fischereirecht besass / deshalb wurde auch das Fischerdorf ’Imisee’ genannt und erstmals unter diesem Namen im Jahre 1064 erwähnt / 1798 fanden hier Kämpfe gegen die Franzosen und 1845-47 Scharmützel im Sonderbundskrieg statt / heute ist Immensee ein beliebter Ferien- und Wohnort
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Der Name Merlischachen soll sich vom lateinischen ’merula’ (Amsel) und vom deutschen Schachen (kleiner Wald) ableiten lassen und bedeutet also ’Amselwäldchen’ / erstmals wurde die Siedlung 1168 durch einen Hermanno de Merlascachen erwähnt / dieser wohnte in einem Turm, an den noch die Liegenschaft Burg erinnert / 1440 kaufte Schwyz die Herrschaft, wodurch sie an den Kanton kam

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Die frühere alemannische Siedlung Gersau wurde 1064 erstmals als Eigentum des Klosters Muri urkundlich erwähnt / 1390 gilt durch den Loskauf von den Edlen von Moos aus Luzern als zentrales Datum der Gersauer Geschichte / durch diese mit grossem Einsatz der damaligen Bürgerinnen und Bürger geleistete Tat wurde Gersau zu einer freien, unverpfändbaren Gemeinde / ebenfalls 1390 erfolgte die Aufnahme in den Bund der Waldstätte / 1433 bestätigte Kaiser Sigismund der Gersauer Bevölkerung die alten Freiheiten, wodurch Gersau als Freistaat und Republik direkt unter den Schutz der Deutschen Kaiser gestellt wurde / die ehemals kleinste Republik der Welt erfreute sich im Status eines ’zugewandten Ortes der Eidgenossenschaft’ ihrer Unabhängigkeit bis zur Zeit der Helvetik / 1798 wurde Gersau dem Distrikt Schwyz zugeteilt / nach dem Zusammenbruch der Helvetik erlangte der kleine Ort nochmals für kurze Zeit seine Selbstständigkeit / das Jahr 1817 markiert durch den Beschluss der Tagsatzung das endgültige Ende der kleinen Republik / Gersau wurde gegen seinen Willen als 6. und letzter Bezirk dem Kanton Schwyz eingegliedertPfeil nach oben

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Kanton Schwyz / Geschichte ab 1798

Europa geriet nach der französischen Revolution von 1789 aus dem Gleichgewicht und in eine jahrzehntelange Zeit der Kriege und Unruhe / dem Sturm war auch die Eidgenossenschaft der XIII Orte nicht gewachsen / allerorten waren Anhänger der neuen Ordnung am Werk; die Ideen der Aufklärung brachten nun Früchte / Schwyz war der Meinung, bei der neuen Ordnung nicht viel gewinnen zu können und widersetzte sich der Schaffung einer ’Helvetischen Republik’ und den sie stützenden französischen Truppen / nach schweren Kämpfen und mehreren siegreichen Gefechten gegen die französische Übermacht war indessen die Kapitulation nicht zu vermeiden
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Nach dem Sturz Napoleons erfolgte in Schwyz ab 1814 die weitgehende Wiederherstellung der Zustände vor 1798 / bald kam es jedoch zu Spannungen zwischen dem Alten Land, dem einst herrschenden Gebiet und den äusseren Bezirken / in der March, in Einsiedeln und in Küssnacht bildete sich eine neue Führungsschicht / ihre Forderungen zielten auf eine zeitgemässe und gerechte Verfassung für den ganzen Kanton / in jenen Tagen erfüllte sich auch das Schicksal der einst freien Republik Gersau / durch Tagsatzungsbeschluss wurde sie 1817 als Bezirk dem Kt. Schwyz zugeschlagen / Gersau war einst die kleinste freie Republik Europas / Gersau, Küssnacht und Einsiedeln sind Bezirk und Gemeinde zugleich
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Gegen das Jahr 1830 eskalierten die Auseinandersetzungen innerhalb des Kantons / es kam zur Bildung des ’Kantons Schwyz äusseres Land’ durch die Bezirke Einsiedeln, March, Höfe und Küssnacht / die eidg. Tagsatzung beschloss 1833 jedoch die Wiedervereinigung, liess Schwyz durch Truppen besetzen und verordnete die Schaffung einer zeitgerechten Verfassung
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Trotz einer neuen liberalen Verfassung und markanter Ansätze zur Industrialisierung in einzelnen Teilen des Kt. Schwyz blieb dieser im ganzen eher vorrevolutionären Vorstellungen verhaftet / der Einfluss der katholischen Kirche auf Politik und Alltag war nachhaltig / die Vorstellungen der führenden Schwyzer und eines überwiegenden Teils des Volkes über die Zukunft der Eidgenossenschaft unterschieden sich von den Meinungen der Mehrheit der Schweizer und der grossen Kantone / diese strebten nach einem starken Bundesstaat / die inneren Orte mit Wallis und Freiburg hielten ein wie bisher geübtes Staatenbundsystem für unabdingbar / sie bildeten zum Schutz gegen militärische Aktionen seitens radikaler Kantone und zur Wahrung ihrer Interessen den ’Sonderbund’ / es kam 1847 zum letzten innereidgenössischen Waffengang / der an Mannschaft und Mitteln unterlegene Sonderbund wurde durch die von General Dufour geführten Truppen der Tagsatzungsmehrheit zerschlagen / der Weg zum Bundesstaat von 1848 war frei
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Der gedemütigte und von Kriegsschulden bedrängte Stand Schwyz hatte in jenen Jahren das Glück, Staatsmänner von Format zu besitzen, die ihn aus der gröbsten Isolierung herauszuführen wussten / eine neue Verfassung bildete die Grundlage des politischen und gesellschaftlichen Handelns / unter schwierigsten Umständen und ständig von Finanznöten geplagt, baute man ein Strassennetz und förderte das Volksschulwesen / deutlich abzulesen an den vielen Schulhäusern jener Jahrzehnte / die Schönheit der Landschaften, die vielen Bezüge zur Geschichte und zur Gründungszeit der alten Eidgenossenschaft liessen attraktive Ziele für einen immer stärker anschwellenden Fremdenverkehr entstehen
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Ein eigentlicher Durchbruch erfolgte mit dem Bau der Bahnen im ausgehenden 19. Jh. / industrielle Produktion, Handel und Tourismus erfuhren eine markante Steigerung / eine starke Diversifizierung kennzeichnete diese Vorgänge, und trotzdem behielt die Land- und Alpwirtschaft noch lange eine das soziale und öffentliche Leben prägende Stellung
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Schrittweise, durch die Verfassung von 1898 etwa und deren späteren Revisionen, gelang die Schaffung ausgewogener politischer Strukturen / nach wie vor blieben die Bezirke des Kantons und die 30 Gemeinden starke Gemeinwesen der unteren Stufe / hier entscheidet sich noch immer das politische Schicksal / auf der anderen Seite erhielt das oberste exekutive Organ des Kantons, der Regierungsrat, echte zentrale Kompetenzen

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Die fast unheimliche Beschleunigung der technischen und sozialen Entwicklung seit dem 2. Weltkrieg machte an den Schwyzer Grenzen nicht halt / der Einfluss der benachbarten grossen Zentren, vor allem von Zürich, wirkte sich auf die Verhältnisse im Kt. Schwyz aus / das starke Wachstum der Bevölkerung und das Ansteigen der wirtschaftlichen Kraft in neuester Zeit sind positive Faktoren / die Kraft der Gemeinden und Dörfer und des ganzen Schwyzerlandes zur Bewältigung der neuen Anforderungen wurde und wird jedoch in starkem Masse gefordertPfeil nach oben

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Kanton Schwyz / Religion

Das Schwyzer Selbstverständnis war in hohem Masse religiös bestimmt / die Stellung der Kirche war stark, das christliche Schwyz Realität / das ’Grosse Gebet’ der Schwyzer und Märchler und der mystische Kult um das blutrote Banner des Landes waren Ausdruck dieser Haltung / Schwyz blieb trotz einiger reformatorischer Versuche bei der Glaubenstrennung der katholischen Kirche treu / so erstaunt es nicht, dass die katholische Reform nach dem Konzil von Trient (1563) hier auf fruchtbaren Boden fiel / das ganze Land wurde nun von der mächtigen Bewegung des Barocks erfasst, der sich vor allem im Bau prächtiger Kirchen und Kapellen ausdrückte / bspw. in Arth, Lachen, Schwyz und vor allem in Einsiedeln
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Schwyz war dem römisch-katholischen Glauben zugetan / bei der Reformation durch Huldrych Zwingli trat Schwyz für den alten Glauben ein / dafür waren nicht nur religiöse, sondern auch wirtschaftliche Gründe massgebend / Zwingli hatte nämlich entschieden Stellung gegen fremde Kriegsdienste bezogen / ein für Schwyz bedeutender Erwerbszweig

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Mitte des 17. Jh. brandeten die Glaubenskämpfe mit der Täuferbewegung nochmals auf / in Arth waren reformatorische Bewegungen wach geworden / der darauf entflammende Villmergerkrieg 1656 sah die katholischen Orte letztmals im Vorteil / der Toggenburger Handel löste 1712 den 2. Villmergerkrieg ausPfeil nach oben

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